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Schule ohne Rassismus

Nicht rassistisch sein reicht nicht mehr, …

… wir müssen antirassistisch sein.

Seit dem Mord an George Floyd vor einigen Wochen, der nur die Spitze des Eisbergs abbildet, liegt der Fokus mehr denn je auf der Black Lives Matter-Bewegung in den USA. Der Rassismus und die USA haben eine ganz eigene, eng verknüpfte Beziehung, die mit der Versklavung von Menschen aus afrikanischen Ländern begann, weiterging mit der Rassentrennung nach dem „Ende“ der Sklaverei und nun schon seit vielen Jahren nicht nur im Alltagsrassismus, sondern auch in der Polizeigewalt gegenüber BPoC (Black People of Color = eine Selbstbezeichnung der Schwarzen Bevölkerung Amerikas) gipfelt. In dieser Woche wird der „Juneteenth“ gefeiert, welches das offizielle Ende der Sklaverei markiert und gleichzeitig brodelt es weiterhin in der Gesellschaft. Während viele Menschen auf die Straßen gehen, um gegen den allgegenwärtigen Rassismus zu demonstrieren, hält Donald Trump eine seiner bekannten „Rallyes“ in Tulsa, die Stadt, die vor fast genau 99 Jahren der Ort eines Massakers an der Schwarzen Bevölkerung wurde. Dort florierten die Geschäfte der Schwarzen, sodass dieses Viertel „Black Wall Street“ genannt wurde. Der Neid der Weißen Bevölkerung wurde schnell so groß, dass Anhänger des Ku-Klux-Klans alles niederbrannten und dabei mehr als 300 Menschen töteten.

Viele denken, dass dies ein amerikanisches Problem sei, dem ist allerdings nicht so. Alleine in den letzten Jahren gab es einige rechtsterroristische Attentate, z. B. in Halle, Hanau oder die Anschläge des NSU. Die Gerichtsverhandlung zum Mord an Walter Lübcke, der mutmaßlich von einem Rechtsradikalen erschossen wurde, beginnt in dieser Woche. Auch bei uns in Deutschland ist der Alltagsrassismus allgegenwärtig. PoC (People of Color = Selbstbezeichnung von Menschen, die eine Zuwanderungsgeschichte haben) werden ständig danach gefragt, woher sie kommen oder sie werden komplimentiert für ihr „sehr gutes Deutsch“. Doch all diese Dinge sind keine Komplimente, sie zeigen ihnen nur, dass sie kein Teil der „normalen“ deutschen Gesellschaft sein können, denn sonst müsste man all dies nicht kommentieren. Gerade auch in der aktuellen Situation der Corona-Pandemie haben besonders Menschen, die eine asiatische Zuwanderungsgeschichte besitzen (könnten) tagtäglich erleben müssen, was es heißt, wenn man aufgrund seines Aussehens, seiner Herkunft, seines Namens angefeindet wird. Aus diesem Grund stellen wir, der Arbeitskreis „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, uns gegen Rassismus und jegliche andere Form von Diskriminierung und arbeiten dafür, ein Umdenken bei allen Menschen, die ein Teil unserer Schule sind, zu erreichen, denn es ist besonders wichtig, dass nicht nur die Betroffenen, sondern alle Menschen zusammenarbeiten. Wir hoffen sehr, dass wir dabei ein wenig mehr Aufklärungsarbeit leisten können und sind auch jederzeit für Nachfragen zu solchen Themen erreichbar.

Buchempfehlungen zum Weiterlesen:

  • „Exit Racism“ von Tupoka Ogette,
  • „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ von Alice Hasters,
  • „Deutschland Schwarz Weiß“ von Noah Sow,
  • „Why I’m No Longer Talking To White People About Race“ von Reni Eddo-Lodge,
  • „The Hate U Give“ von Angie Thomas (mittlerweile auch verfilmt),
  • Hörtipp: Samy Deluxe – I Can’t Breathe.

Zivilcourage als Fotostory - Gratulation der 7E

Auch dieses Jahr heißt es „Ein Zeichen setzen“ im Wettbewerb „Heimspiel für Zivilcourage“. Zivilcourage ist ein Thema, welches uns alle betrifft und das weit über das couragierte Handeln in Gefahrensituationen hinausgeht!

Das BVB-Lernzentrum – eine Initiative des Fan-Projekt Dortmund e.V. – und Borussia Dortmund, haben einen Wettbewerb zu diesem Thema ausgerichtet.

Hierbei konnten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 7E mit ihrer Fotostory die Jury des BVB Lernzentrums überzeugen und haben den 1. Platz erreicht. Danke allen, die für unseren Beitrag gestimmt haben. Wir freuen uns schon auf unsere VIP-Tickets für ein Heimspiel der Rückrunde des BVB.

Schule ohne Rassismus

- Schule mit Courage:

Wir sind der Arbeitskreis „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ und wir wollen euch einen Einblick in unsere bisherige Reise an der Lise-Meitner-Gesamtschule geben.

2017 – Der Beginn

Unsere Geschichte startete 2017, als die beiden Gründungsmitglieder, Charlotte Fournier und Sabine Tschauder, die ersten Schritte in Richtung des Arbeitskreises wagten. Da die Bezeichnung „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nicht einfach so übernommen werden darf, musste zunächst eine Abstimmung aller Personen, die ein Teil unserer Schule sind, erfolgen.
Zum Glück wurde mehrheitlich abgestimmt, dass wir mit und für diesen Titel arbeiten wollen. Am 5. Juli 2019 erfolgte dann die offizielle Verleihung des Siegels im Beisein der Presse. Verliehen wurde uns dieses Siegel von Julia Rombeck, die Mitarbeiterin des Kommunalen Integrationszentrums und Koordinatorin von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ in Duisburg ist.

Unsere Paten

Ganz besonders stolz sind wir auch auf unsere Paten: Jede Schule, die sich mit diesem Siegel auszeichnen lassen will, braucht Paten, die sie bei dieser Arbeit unterstützen. Unsere Paten sind die Datteltäter. Eine Gruppe aus vielen unterschiedlichen Menschen, mit vielen verschiedenen Geschichten, die u. a. Videos auf Youtube veröffentlichen, welche interkulturelle und -religiöse Themen aufgreifen und die es verstehen, wie kaum eine andere Gruppe, auf eine witzige und gleichzeitig ernste Art zwischen den Kulturen zu vermitteln. Wer wäre da passender?!


Gegen jede Diskriminierung

Nun sollte man aber auch erwähnen, dass dieser Arbeitskreis nicht „nur“ gegen Rassismus vorgehen möchte, sondern auch gegen alle anderen Formen von Diskriminierungen, also z. B. auch gegen Sexismus, Ableismus (Behindertenfeindlichkeit) oder Vorurteile gegenüber Menschen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung.

Für Toleranz und Offenheit

Es ist uns wichtig, bei aktuellen Geschehnissen Stellung zu beziehen, Courage zu zeigen und solidarisch zu sein. Unser Ziel ist es, ein tolerantes Klima in unserer Schule zu etablieren und dieses auch nach draußen zu tragen. Denn auch wenn wir in einer Gesellschaft leben, die aus vielen verschiedenen Menschen besteht, sind wir noch lange nicht am Ziel angekommen wirklich gemeinsam zu leben und einander zu akzeptieren und zu tolerieren.
Auch an der aktuellen Situation in den USA, die auch schon seit vielen Jahrzehnten aktuell ist, kann man sehen, dass wir noch viel zu tun haben, aber gemeinsam kann man die Überwindung dieser Vorurteile und Diskriminierungen besser schaffen!

Mach mit!

Zuletzt sollte man noch wissen, dass unser Arbeitskreis nicht nur aus Lehrkräften besteht, sondern auch aus einigen Schülerinnen und Schülern. Gleichzeitig möchten wir euch noch einmal dazu aufrufen, unserem Arbeitskreis beizutreten, wenn ihr gegen Ungerechtigkeiten vorgehen wollt, wenn ihr Ideen habt, wie wir diese Thematik in den Unterricht oder in kleinere Projekte einbauen können usw.

Derya Sahin für den AK Schule ohne Rassismus